Der SAGACIDADE-Verlag

SAGACIDADE - ist das ein Witz?

"Sagacidade" ist das portugiesische Wort für Scharfsinn, Spürsinn oder Scharfblick (Langen­scheidt-Wörterbuch von 1982). Im Web findet sich zuweilen auch die Übersetzung "Witz".

Spielt die Übersetzung "Witz" auf die eher seltene, heitere Seite des Scharfsinns an? Wie dem auch sei. Vielleicht bilden Witz und Scharfsinn nicht nur zwei Seiten der "sagacidade", sondern repräsentieren in idealer Melange das Ziel des SAGACIDADE-Verlages: anspruchsvolle Unter­haltung mit einem Augenzwinkern.

Von Osten der Wind

Bereits die erste Publikation, Von Osten der Wind, verknüpft den humorvollen Blick in verschiedene Ecken der deutschen römisch-katholischen Kirche mit Hinter­grund­informa­tionen zum christlichen Glauben und katholi­scher Theologie.

Während die aktuelle öffentliche Wahrnehmung der römisch-katholischen Kirche von einem Thema dominiert wird, weitet das Buch die Perspektive und stellt die Frage, wohin die Spannung zwischen den verschiedenen katholi­schen Lagern führt? Die Einbindung in die römisch-katholi­sche Welt­kirche erzeugt einen juristi­schen Rahmen, der von den Einen als Schutz­panzer angesehen wird, von Anderen jedoch als zu enges Korsett.

In den Gesprächskreis-Kapiteln werfen die Teil­nehmer einen kritischen Blick auf Themen des Glaubens­lebens, insbeson­dere rund um das Thema Eucharistie. Auch hierbei soll der Blick geweitet werden, wobei es nicht um Über­windung herkömmlicher Vor­stellungen geht, sondern um die Dar­stellung neuerer Theologie. Im besten Fall entsteht ein integratives Bild traditioneller bis moderner Sicht­weisen.

Der Synodale Weg besitzt in der Erzählung eine besondere Bedeutung. Nach der kritischen Betrachtung des Verfahrens und der juristi­schen Implikationen, sind die Gesprächs­kreis-Teil­nehmer desillusioniert. Sie haben die Hoff­nung auf Fortschritt und Reformen verloren und suchen fortan nach Möglichkeiten zum Protest.

Die Form ihres Protestes rührt an Grund­feste der Glaubens­praxis, was die katholischen Bischöfe nicht igno­rieren können. Auf der Suche nach einer adäquaten Reaktion prescht ein Bischof voran und kündigt für sein Bistum neue Wege an. Unerwartet findet er einen Mit­streiter, der wiederum einen alten Studien­freund auf ihre Seite zieht. Gemeinsam veröffentlichen sie einen Reform­aufruf, mit dem sich die römisch-katholischen Bistümer Deutsch­lands innerhalb der Welt­kirche auf einen Sonder­weg begeben würden.

Gregor Homberg entwickelt sich zum Sprecher der Protest­gruppe, indem er verschiedenen Presse- und Medien­vertretern Interviews gibt. Dabei entwickelt er zunehmend radikalere Ansichten. Am Ende des Buches, im Interview für den Deutsch­landfunk, entwirft er jedoch ein Zukunfts­bild der deutschen katholischen Kirche, bei dem die Aktivitäten zwischen Laien und Klerikern neu aufgeteilt werden: Heutige Eng­pässe werden überwunden, wodurch Frei­räume für individuelle Seel­sorge entstehen.

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